Der Anfang einer großen Karriere als Comedystar (Teil 2)

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Wie Ihr alle aus meinem letzten Blogbeitrag wisst war ich nicht immer so witzig und cool drauf, wie ich es heute bin. Auch ich war früher langweilig und witzlos, so wie Ihr. Nachdem sich das aber in letzter Zeit so drastisch geändert hat, habe ich hier ein Programm geschrieben, dass ich schon bald für die ganze Familie und meine Kollegen auf Parties, Familenfeiern und Betriebsfesten zum besten geben werde. Schnallt Euch an! Mario Barth – zieh dich warm an, hier kommt Ingeborg!

Achtung Scherzinfarkt!

Neulich war ich einkaufen. Das klingt an sich schon lustig, wird es aber umso mehr, wenn man weiß, dass ich dies in einem ganz normalen Supermarkt tat. So ein von Natur aus grundhumoriger Mensch wie ich kann da nämlich wahnsinnig lustige Sachen erleben. Das fing schon an, als ich den Konsumtempel betrat, denn ich hatte doch glatt vergessen, mir meine Schuhe zuzubinden und stolperte auf witzige Weise in die Gemüseabteilung.

„Oha“, dachte ich, „das fängt ja gut an.“ Natürlich standen schon einige Rentner am grünen Büffet und betatschten wie weiland Mrs. Robinson sämtliche Auslagen, um ihre Reife zu prüfen. Witzig, wie ich nun einmal bin, stellte ich mich daneben und zermatschte parodierender Weise ein paar Bananen, wofür ich ein paar spießige Wortmeldungen, Marke: „Aber sonst geht’s noch?“, erntete. Das war aber erst der Anfang. Ich ging hinüber in die Biokostabteilung, die in jedem normalen Supermarkt vorhanden ist.

Dort wartete schon ein total urig aussehender Körnerfresser in Jesuslatschen, der einer Verkäuferin erklärte, dass bei der Stellung der Regale das Chi ziemliche Schwierigkeiten hätte, halbwegs geordnet durch die wahnsinnig witzigen Einkaufsdingens zu fließen. Zu humoriger Hochform lief der gute Mann aber erst auf, als ich begann, vor seinen Augen ein paar mitgebrachte Babybananen zu zerquetschen.

„Hey“, sagte der realistische Klischeeeso, „das ist nicht nett. Bananen sind auch nur Menschen und haben ein Recht darauf, mit Respekt behandelt zu werden.“ Ich lag vor Lachen am Boden. Der Typ war der Brüller schlechthin, wenn man mal von den Kleingeld suchenden Rentnern an der Kasse absieht, die später noch ganz bestimmt kommen würden. Zunächst jedoch führte mich mein Weg kriechender Weise in die Hygieneartikelabteilung, zu Tampons, Damenbinden und anderen Lachanfallgaranten. Auch dort befanden sich Menschen, die ich gleich einmal in ein humoriges Gespräch über Kleingeld suchende Rentner an der Supermarktkasse verwickelte. Wobei es fast noch komischer und verrückter gewesen wäre, wenn ich – mal wieder – keinen Euro für den Einkaufswagen gehabt hätte.

Als ich schließlich noch ein paar zermatschte Bananen hervor zauberte war kein Halten mehr. Die Menge brüllte und zwar nach dem Fachpersonal, was sich aber natürlich nicht blicken ließ, denn jeder weiß, dass so ein Supermarkt ein Dschungel ist, in dem jeder für sich alleine kämpft, besonders urige Satireautoren wie unsereins, die aber auch dankbar dafür sind, denn sonst würden sie wie jeder normale Mensch da einfach nur einkaufen, anstatt fortwährend so unglaublich wahnsinnig witzige Abenteuer zu erleben. Als ich endlich genug Worte zusammen hatte, um die Frauenzeugs-Episode zu beenden, ging ich zur Kasse, legte ein paar Bananen und eine Sechserpack ausgelaugter Witze auf das Band und harrte der Dinge.

Vor mir stand wieder so ein Rentner, der, wie sollte es anders sein, nach Kleingeld suchte, um auch ja passend bezahlen zu können, obwohl doch jeder gesunde Mensch weiß, dass die nur nichts Besseres zu tun haben. Warum zum Geier müssen die auch immer um 10 Uhr vormittags in den Supermarkt gehen und schwer arbeitende Humorgiganten wie unsereins mit ihrer Kleingeldsucherei belästigen?

Das ist doch irgendwann nicht mehr witzig. Das dauerte bestimmt drei Stunden und zu jeder Münze konnte der Mann eine Geschichte erzählen, so wie Opa Simpson in der einen Folge, in der er an der Supermarktkasse steht, nach Kleingeld sucht und zu jeder Münze eine Geschichte erzählt. Ich überlegte, ob ich nicht das nächste Mal ein Tonbandgerät mitnehmen sollte, um das Geschwafel aufzunehmen und später ein humoriges Buch im Kishon-Stil draus zu basteln oder einen Endlosroman für die Titanic zu fabrizieren.

„Rentner, die an der Kasse nach Kleingeld suchen“ – ein toller und schlagkräftiger Titel, fand ich. So frisch und unverbraucht und doch hat schon ein jeder sich einmal über Kleingeld suchende Rentner an der Supermarktkasse aufgeregt und sich gewünscht, es möge endlich einmal jemand einen bissig-satirischen Text über Kleingeld suchende Rentner an der Supermarktkasse schreiben, denn das gab es noch nicht und witzig ist das sowieso. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Kleingeld suchende Rentner an der Supermarktkasse.

Doch wie ich noch so meinen unverbrauchten und sich niemals wiederholenden Gedanken nachhing, war der Kleingeld suchende Rentner vor mir auch schon fertig mit dem Kleingeld suchen und suchte das Weite, sehr wahrscheinlich aus Inkontinenzproblemen oder weil ich ihn ganz unbewusst mit zermatschten Bananen beworfen hatte. Das bot mir die Gelegenheit zur Kassiererin vorzurücken und einen längst überfälligen All-Inclusive-Ausländerrandgruppensexwitz zu machen, Marke: „Kommt ’nen schwuler Schlitzaugenrabbi in ’nen polnischen Puff“.

Die Frau lachte natürlich nicht, denn sie kam allen Anschein nach aus Polen und asiatisch, jüdisch und schwul war sie auch. Aber mir altem Toleranzbollwerk war das egal. Ich hatte mein Soll erfüllt und genug witzige Sachen erlebt, um einen neuen, unverbrauchten Text über total witzige Einkaufserlebnisse zu schreiben. Nur bezahlt habe ich nicht, denn einen Text über total crazy seiende Erlebnisse mit der Staatsgewalt wollte ich, innovativ wie ich nun einmal bin, auch noch schreiben.

Na, da staunt Ihr was?

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